St. Agatha Gespräche


Diese Gespräche finden vier mal pro Jahr in dem St. Agatha Kloster bei Cuyk (Niederlande) statt. Man nennt sie Glaubensgespräche. Anlass war ein Aufruf des Generalkapitels von 1991 um sich innerhalb des Ordens zu besinnen auf die Spiritualität des Klosterlebens. Das niederländische Provinzkapitel sagte, dass eine solche Besinnung nur durch eine offene Kommunikation gelingen könne. Es gab in den Niederlanden schon eine Gruppe, die sich in Glaubenskommunikation übte. Zunächst waren es die Mitbrüder, die in Amsterdam und Umgebung in der Pastoral tätig waren. Diese Gesprächsgruppe wurde später nach Nijmegen verlegt. Diese schon existierende Gruppe wurde geöffnet für alle interessierten Mitbrüder und das alte Mutterkloster St. Agatha wurde als Begegnungsstätte gewählt. Diese Gespräche starteten 1992 mit 23 Teilnehmern, neben vielen Ordens- Priestern und einige Ordens-  Brüder. Einige Jahre später schlossen sich auch einige Mitbrüder aus Belgien und Deutschland den Gesprächen an. Noch immer nehmen in etwa 20 Mitbrüder an diesen Gesprächen teil.

Mittelpunkt der Gespräche ist die gemeinsame Besinnung auf das persönliche Glaubensleben. Dies führte zu einem intensiven und vorsichtigen Vergleichen der eigenen Erfahrungen mit dem bestehenden Klosterleben. 1994 wurde darüber für die Provinzleitung ein Bericht erstellt: Über Sinn und Bedeutung des Klosterlebens in der Welt von heute. Weitere Gesprächsthemen waren u.a.: verschiedene Aspekte des Klosterlebens, das persönliche Glaubensleben, der Weg zum Lebensende, Freundschaften. Eine kleine Arbeitsgruppe wählt die Themen aus und bereitet sie vor.

In den Gesprächen wird deutlich, dass viele Teilnehmer sich von den traditionellen kirchlichen Glaubensvorstellungen gelöst haben. Verschiedene fühlen sich in ihrem Glaubensleben allein. Sie erfahren es als fruchtbar in der Gesprächsgruppe ihr einsames Glauben mit anderen teilen zu können. Auch tragen diese Gespräche dazu bei, dass man gegenüber anderen, die in wesentlichen Dimensionen anders denken und leben, toleranter wird. Häufig wird gesagt, dass in der eigenen Gemeinschaft solche Gespräche nicht möglich seien.